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"Ohne Worte und für alle Sinne!"

 

„Ohne Worte“ war der Titel des LKJ Fachtages, der am 14. Mai rund 55 Teilnehmer*innen nach Wolfenbüttel lockte.

In drei vollbesetzten Werkstätten wurde das Experiment gewagt, wie Berufsorientierung im ersten Schritt ohne viel Worte funktionieren kann - ohne Arbeitsblätter, Kompetenzerfassungsbögen und Berufsbeschreibungen.

 

Der Einstieg in den Fachtag provozierte zunächst eine kleine Überraschung: Im Vortrag von Prof. Kerstin Hof aus Hamburg ging es nämlich genau um die „Bedeutung der richtigen Worte“. Frau Hof stellte sehr anschaulich den Bezug von der Praxis des Storytellings als Möglichkeit des persönlichen Entwicklungsprozesses her, beschrieb die Bedeutung von Passung und beruflichem Erfolg und schloss mit einem sehr eindrücklichen Gedicht von Hilde Domin über den Mut zur Veränderung.

 

Positiv angeregt ging es im Anschluss in die drei Werkstätten. In der künstlerischen Werkstatt von Sirma Kekec arbeiteten die Teilnehmer*innen selbst kreativ, erstellten ein Archivbuch und eine Collage.

Eine Teilnehmerin fasst den Bezug zum Titel der Tagung zusammen: „Was wir tun ist unabhängig vom gesprochenen Wort. Beim künstlerischen Arbeiten in einen ungezwungenen Austausch zu kommen ist wichtig und gut. Da kommt etwas raus, was man sich im Kopf vorher nicht überlegen konnte.“

 

In der Werkstatt von Mohammed Jouni und Adama Ouattara ging es vor allem um die eigene Haltung in der Beratungssituation. Bei dem vorgestellten und erprobten Modell der „Erwartungsfigur“ wurde deutlich, dass es wichtig ist, in der Berufsberatung nicht ausschließlich auf das gesprochene Wort zu vertrauen.
Mohammed Jouni formulierte es so: „In der Beratung konzentriert man sich auf das Auditive. Das Hören ist aber der unzuverlässigste Sinn. Im Anschluss ist man als Berater und als Klient enttäuscht, weil sich die Situation nicht geändert hat. Nimmt man andere Sinne dazu, wie zum Beispiel das Visuelle, ist die Wirkung eine ganz andere.“

 

In der dritten Werkstatt, der Spurensuche, führte die Referentin Anna Erichson zunächst in das Konzept zur beruflichen Orientierung der LKJ ein.

Verschiedene Methoden, die haptische Erfahrungen schaffen, die mit Bildern und Symbolen sowie theater- und erlebnispädagogischen Methoden arbeiten, wurden vorgestellt. Dass es dabei auch um Zitronen gehen würde, haben die Teilnehmer*innen vermutlich nicht erwartet und dann die Einzigartigkeit einer jeden Person auf ganz praktische Weise nachvollziehen können.

 

Zusammenfassend lässt es sich mit den Worten einer Teilnehmerin beschreiben:

"Zitronen sind gelb und sauer - und doch ganz verschieden. Methoden der Berufsorientierung sind es auch - und damit passend für vielfältige und diverse Zielgruppen."  

 

Die Teilnehmer*innen, die für den Fachtag aus ganz Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Berlin angereist sind, haben deutlich ihren Wunsch auf Fortsetzung der Angebote zum Thema Berufsorientierung geäußert. Und so werden wir hier demnächst ein „Save the date“ für 2020 veröffentlichen – wieder wird es um Ansätze der kulturellen Bildung mit Blick auf die Berufsorientierung gehen!

Denn: die Fragen „Was will ich im Leben? Wofür stehe ich? Was sind meine Ziele?“ beschäftigen Jugendliche intensiv – die Herangehensweise jedoch, auf diese Fragen eine Antwort zu finden können vielfältig sein.


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